ESTW: Elek­tro­ni­sche Stell­wer­ke

Das Projekt

Steckbrief

  • Ort: Köln
  • Baumaßnahme: Erneuerung der Signaltechnik, Erneuerung Ausrüstungstechnik
  • Projektstand: in Bau

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Um den Köl­ner Haupt­bahn­hof – mit schon jetzt mehr als 1.300 Zug­fahr­ten täg­lich – für den wach­sen­den Zug­ver­kehr fit zu ma­chen, wird dort ein neu­es Elek­tro­ni­sches Stell­werk (ESTW) in zwei Bau­stu­fen er­rich­tet. 
Zu­dem set­zen wir die Ar­bei­ten für das ESTW “Lin­ker Rhein” fort, wel­ches bis Ende 2024 den Be­trieb auf­neh­men soll. Mit den neu­en Stell­wer­ken wer­den im Kno­ten Köln Aus­fall­si­cher­heit und Fle­xi­bi­li­tät zu-, so­wie die Stör­an­fäl­lig­keit ab­neh­men. Letzt­lich bil­det ESTW die Grund­la­ge für die Di­gi­ta­li­sie­rung der Schie­ne in Deutsch­land (ETCS).

ESTW Hauptbahnhof

Pro­gno­sen der Deut­schen Bahn bis 2025 ge­hen von ei­nem wei­ter stei­gen­den Per­so­nen- und Gü­ter­ver­kehr aus. Um das er­höh­te Ver­kehrs­auf­kom­men zu be­wäl­ti­gen sind Maß­nah­men in der In­fra­struk­tur er­for­der­lich.

Die bis­he­ri­ge Si­gnal­tech­nik ist in die Jah­re ge­kom­men. Um den ver­kehr­li­chen An­for­de­run­gen der Zu­kunft ge­recht zu wer­den, wird in Köln ein neu­es Elek­tro­ni­sches Stell­werk (ESTW) ge­baut und in zwei Stu­fen in Be­trieb ge­nom­men. 

Ende 2021 wur­de der S-Bahn­ver­kehr in ei­ner ers­ten Stu­fe auf die neue Tech­nik um­ge­stellt. In ei­ner zwei­ten Bau­stu­fe soll das ESTW für den Re­gio­nal- und Fern­ver­kehr bis Ende 2025 in Be­trieb ge­nom­men wer­den. Die Bau­ar­bei­ten lau­fen über­wie­gend ohne grö­ße­re Be­ein­träch­ti­gun­gen für die Fahr­gäs­te un­ter „rol­len­dem Rad“.  

Mit der neu­en ESTW-Tech­nik wird die Ver­füg­bar­keit im Köl­ner Hbf sta­bi­li­siert. Sie ist we­ni­ger stör­an­fäl­lig und fle­xi­bler im Fall von Gleis­sper­run­gen etwa im Fal­le von Bau­ar­bei­ten. Auch wird die In­stand­hal­tung ver­ein­facht. Letzt­lich bil­den ESTW die Grund­la­ge für die Di­gi­ta­li­sie­rung der Schie­ne in Deutsch­land mit dem Eu­ro­pean Train Con­trol Sys­tem (ETCS). 

Hier­für müs­sen rund 150 Ki­lo­me­ter Ka­bel ver­legt und 200 neue Si­gna­le, zehn neue Si­gnal­aus­le­ger bzw. Si­gnal­brü­cken auf­ge­stellt und fünf Wei­chen ein­ge­baut wer­den.  

In der May­bach­stra­ße (Nähe Köln-Han­sa­ring) wur­de ein Zen­tral­stell­werk mit wei­te­ren Be­dien­plät­zen für meh­re­re Fahr­dienst­lei­ter:in­nen ge­schaf­fen, die den Zug­be­trieb für den Kno­ten Köln von dort aus steu­ern. Von hier aus wird auch das neue „ESTW Lin­ker Rhein“ ge­steu­ert.

In Köln steu­ert das neue ESTW künf­tig Züge zwi­schen Köln Hbf und den Stre­cken Rich­tung Düs­sel­dorf, Aa­chen und Bonn so­wie im Stadt­ge­biet Köln bei­spiels­wei­se zwi­schen Köln Hbf und Köln-Nip­pes. Die Auf­tei­lung auf zwei se­pa­ra­te Stell­wer­ke, die durch zwei Un­ter­zen­tra­len im Zen­tral­stell­werk Kno­ten Köln be­dient wer­den, wird den Be­triebs­ab­lauf im Be­reich Köln Hbf deut­lich ver­bes­sern. 

Köln Hbf mit dem Standort des ESTW und des Zentralstellwerks Knoten Köln

Vorteile des neuen ESTW

Die Rea­li­sie­rung des neu­en ESTW hat er­heb­li­che Vor­tei­le für die Aus­las­tung des wei­te­ren Ver­kehrs auf der Stre­cke, da die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen durch die Mo­der­ni­sie­rung neu ge­schaf­fen wer­den.

Die neue Stell­werks­tech­nik schafft die Grund­la­ge für mehr Qua­li­tät und Pünkt­lich­keit im Zug­ver­kehr. Dar­über hin­aus wird die Ef­fi­zi­enz durch die neue Si­gnal­tech­nik deut­lich ver­bes­sert. 

Be­son­ders durch die Auf­tei­lung der Gleis­an­la­gen auf zwei se­pa­ra­te Stell­be­rei­che ist die Auf­recht­erhal­tung des Be­triebs auch beim Aus­fall ei­nes Stell­be­rei­ches wei­ter­hin mög­lich. Zu­dem wird die Be­triebs­füh­rung bei Ar­bei­ten an den Glei­sen ver­ein­facht. Bei Gleis­sper­run­gen kann eine Um­lei­tung der Züge auf die Ge­gen­glei­se er­fol­gen.

Funktionsweise eines ESTW 

In ei­nem vor­ge­ge­be­nen Stell­be­reich ha­ben die Fahr­dienst­lei­ter alle Stre­cken und Bahn­hö­fe im Blick. Sie steu­ern die Züge, brin­gen sie auf die rich­ti­gen Glei­se, stel­len die Wei­chen und schal­ten die Si­gna­le. Das heißt, wenn ein Zug in ei­nen Ab­schnitt zwi­schen zwei Si­gna­len ein­fährt, mel­den so­ge­nann­te Achs­zäh­ler die Ein­fahrt des Zu­ges in den Block an das ESTW. Das Stell­werk gibt erst dann den Block wie­der frei, wenn die Achs­zäh­ler am Ende des Blocks die Aus­fahrt des Zu­ges wie­der­um an das ESTW ge­mel­det ha­ben. Ein Si­gnal mel­det den Trieb­fahr­zug­füh­rern, ob sie in ei­nen Be­reich ein­fah­ren dür­fen.

Statt Be­die­nungs­he­beln und -knöp­fen sind Com­pu­ter und Maus die neu­en Ar­beits­ge­rä­te der Fahr­dienst­lei­ter. Durch die neue Tech­nik ist eine ein­fa­che und schnel­le Steue­rung des ESTW am Ar­beits­platz mög­lich. Über Be­reichs­über­sichts­mo­ni­to­re (Com­pu­ter­bild­schir­me) er­hal­ten die Fahr­dienst-lei­ter In­for­ma­tio­nen über den ak­tu­el­len Be­triebs­zu­stand. Für Be­dien­hand­lun­gen, für die sie wei­te­re De­tail­in­for­ma­tio­nen be­nö­ti­gen, ste­hen ih­nen „Lu­pen­bild“-Mo­ni­to­re zur Ver­fü­gung.

ESTW „Linker Rhein“

Die Deut­sche Bahn (DB) mo­der­ni­siert ihre In­fra­struk­tur für den ver­läss­li­chen Ver­kehr auf der Schie­ne. Im Zuge des­sen setzt sie ihre Ar­bei­ten für das elek­tro­ni­sche Stell­werk (ESTW) “Lin­ker Rhein” fort, wel­ches bis Ende 2024 den Be­trieb auf­neh­men soll. Um den Kno­ten Köln fit für die Zu­kunft zu ma­chen, in­ves­tiert die DB ins­ge­samt über 100 Mil­lio­nen Euro in das neue elek­tro­ni­sche Stell­werk. Es wird mit mo­der­ner Tech­nik aus­ge­stat­tet, da­mit es auch mit künf­ti­gen Tech­nik­ge­ne­ra­tio­nen kom­pa­ti­bel ist.

Um nur ei­nen Teil un­se­rer Ar­bei­ten hier dar­zu­stel­len: Wir er­neu­ern die Stell­werks­tech­nik der Be­triebs­stel­len Köln West, Köln Süd und Hürth-Kal­scheu­ren, pas­sen neun Rand­stell­wer­ke an und ha­ben neue Mo­dul­ge­bäu­de (ESTW-Z und ESTW-A) er­rich­tet.
Ca. 160 Si­gna­le müs­sen ge­grün­det und mon­tiert, so­wie 26 Si­gnal­aus­le­ger und –brü­cken ge­baut wer­den. Wir ver­le­gen ca. 400km Ka­bel und bau­en drei neue Wei­chen­heiz­sta­tio­nen.
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ESTW Elektronisches Stellwerk Linke Rheinseite, Ausbau 2021 Einhebung Signalbrücke am 06./07.03.2021

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© go.Rheinland/Smilla Dankert

Kontakt

Brigitte Mackscheidt

DB InfraGO AG

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kontakt_estw.linke.rheinseite@deutschebahn.com