Schallschutzwand im Bau

Schall­schutz - das Wich­tigs­te zum The­ma

28.04.2023

Ob Schutz­maß­nah­men er­for­der­lich sind und in wel­chem Um­fang, liegt we­der im Er­mes­sen der Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen noch der An­woh­ne­rin­nen und An­woh­ner: Die Lärm­vor­sor­ge ist durch das Bun­des-Im­mis­si­ons­schutz­ge­setz ge­re­gelt.

Für Lärm­vor­sor­ge müs­sen Bau­pro­jek­te fol­gen­de Merk­ma­le auf­wei­sen, da­mit ein Rechts­an­spruch auf Schall­schutz­maß­nah­men er­füllt ist.

Ers­te Be­din­gung ist, dass es sich um eine we­sent­li­che Än­de­rung an der Stre­cke han­delt, also um ei­nen Neu­bau oder um eine bau­li­che Er­wei­te­rung um min­des­tens ein Gleis. Auch we­ni­ger um­fang­rei­che Bau­maß­nah­men rei­chen aus, so­fern der Lärm­pe­gel nach Ab­schluss der Bau­ar­bei­ten deut­lich zu­nimmt.

Zwei­te Be­din­gung ist, dass die Grenz­wer­te für Lärm­be­las­tung nach dem Aus­bau über­schrit­ten wür­den.

Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, muss die Deut­sche Bahn mit ge­eig­ne­ten Schall­schutz­maß­nah­men si­cher­stel­len, dass die gel­ten­den Im­mis­si­ons­grenz­wer­te ent­lang der Stre­cke nicht über­schrit­ten wer­den.

Die Grenz­wer­te sind vom Ge­setz­ge­ber in der Bun­des-Im­mis­si­ons­schutz­ver­ord­nung ge­re­gelt. Es gibt je­weils un­ter­schied­li­che Grenz­wer­te, die nach Art der Be­bau­ung ent­lang der Schie­nen­stre­cken ge­staf­felt sind. Für die Nacht­stun­den gel­ten nied­ri­ge­re Grenz­wer­te als für den Tag.

In der Pla­nungs­pha­se der Bau­pro­jek­te er­mit­teln Sach­ver­stän­di­ge die Lärm­be­las­tung, die nach dem Aus­bau der Stre­cke zu er­war­ten ist. Aus dem Er­geb­nis wer­den dann die er­for­der­li­chen Maß­nah­men ab­ge­lei­tet. Liegt der er­mit­tel­te Lärm­pe­gel über dem Grenz­wert, müs­sen Schall­schutz­maß­nah­men um­ge­setzt wer­den, mit de­ren Hil­fe der Grenz­wert ein­ge­hal­ten wer­den kann.

Die stren­gen Grenz­wer­te für den Schall­schutz gel­ten für Wohn­ge­bäu­de und an­de­re Ge­bäu­de mit be­son­de­rem Schutz­wert, zum Bei­spiel Kran­ken­häu­ser und Schu­len. Bei Ge­wer­be­ge­bäu­den be­steht da­ge­gen kein An­recht auf Schall­schutz. Lie­gen Wohn­ge­bäu­de in ei­nem Ge­wer­be­ge­biet, so gel­ten für sie die Grenz­wer­te von Ge­wer­be­ge­bie­ten, nicht von Wohn­ge­bie­ten.

Das nach­fol­gen­de Vi­deo er­klärt die Rah­men­be­din­gun­gen so­wie die ver­schie­de­nen Ar­ten von Schall­schutz und ihre Wir­kung.

© go.Rheinland

Welchen Einfluss haben Deutsche Bahn und Anwohnende auf Schallschutzmaßnahmen?

Da Schall­schutz ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben ist, müs­sen Schutz­maß­nah­men in je­dem Fall um­ge­setzt wer­den, wenn Grenz­wer­te über­schrit­ten wer­den – selbst wenn An­woh­ne­rin­nen und An­woh­ner frei­wil­lig auf Lärm­schutz ver­zich­ten möch­ten.

Auch bei der Fest­le­gung ge­eig­ne­ter Schall­schutz­maß­nah­men ist die DB ge­zwun­gen, sich streng an die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben zu hal­ten. So müs­sen die Kos­ten ei­ner Schall­schutz­maß­nah­me an­ge­mes­sen zu ih­rer Wirk­sam­keit sein. Wirk­sam heißt, dass je in­ves­tier­tem Euro ein größt­mög­li­cher Nut­zen rea­li­siert wird.

Da pas­si­ve Schall­schutz­maß­nah­men in der Re­gel deut­lich teu­rer sind, ist Schall­däm­mung an Ge­bäu­den meist kein ge­eig­ne­ter Er­satz für Schall­schutz­wän­de. Da­her kann die DB nicht ein­fach ak­ti­ve Schall­schutz­maß­nah­men durch pas­si­ven Schall­schutz er­set­zen, selbst wenn An­woh­ne­rin­nen und An­woh­ner dies wün­schen. Nichts­des­to­trotz ver­sucht die DB bei der Fest­le­gung der Schall­schutz­maß­nah­men Aspek­te wie das Stadt­bild, die Ver­schat­tung von Grund­stü­cken oder den Weg­fall von Park­plät­zen zu be­rück­sich­ti­gen.
Quel­le: DB/go.Rhein­land